Sanierungs- und Insolvenzberatung
Insolvenzstrafverteidigung

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Die Änderungen und ihre Wirkung

Kürzere Wartefristen bis zur Restschuldbefreiung erscheinen zunächst sehr wünschenswert, doch wie sinnvoll und für den Schuldner vorteilhaft sind die Änderungen in der Praxis tatsächlich?


Unser Kommentar im Einzelnen:

 

Zu 1.:Restschuldbefreiung nach 3 Jahren:

Die erforderliche Quote von 35 % ist nur die halbe Wahrheit. Denn selbst, wenn der Schuldner in der Lage ist, bis zum Ablauf der 3-Jahresfrist 35 % der zur Tabelle angemeldeten Forderungen abzuzahlen, hat er noch die Kosten des Insolvenzverwalters zu übernehmen, so dass im Ergebnis mit einer Quote von weit über 50% der auszugleichenden Schulden zu rechnen ist: Ob sich diese Regelung in der Praxis durchsetzen wird, ist eher zu bezweifeln.

 

Zu 2.:Restschuldbefreiung nach 5 Jahren:

Sie ist möglich, wenn in dieser Zeit (d.h. bis zum 60. Monat) mindestens die Kosten aufgebracht worden sind. Diese Verkürzung scheint in vielen Fällen realistischer zu sein, als eine Beendigung nach drei Jahren.

 

Zu 3.: Insolvenzplanverfahren für Verbraucher,Unternehmer,Selbstständige:

Neu im Sinne des Wortes ist die Einführung des sog. Planverfahrens. Der Unterschied zum außergerichtlichen Plan (auch bisher ist ein außergerichtlicher Schuldenbereinigungsplan Voraussetzung für den Antrag auf Verbraucherinsolvenz) besteht darin, dass er nicht „außergerichtlich“ stattfindet, sondern innerhalb der Insolvenz,sozusagen unter Aufsicht des Gerichts.

 

Vorteil:

Der Insolvenzplan ermöglicht eine freie Einigung zwischen Gläubigern und Schuldner innerhalb des Verfahrens,stellt also ein flexibles Instrument dar,eine einvernehmliche Regelung herbeizuführen und hat gegenüber der Verkürzung der Wartefristen den Vorteil,dass der Insolvenzverwalter kostenmäßig nicht an der letzten Endes ausgehandelten Quote beteiligt wird. Darüber hinaus können im Planverfahren deliktische Forderungen gegen den Schuldner erfasst werden, die etwa von der Restschuldbefreiung ausgenommen sind. Da das Insolvenzplanverfahren innerhalb des Insolvenzverfahrens stattfindet und im Insolvenzverfahren ein Vollstreckungsverbot gilt, kann in Ruhe ein Einigungsvorschlag erarbeitet werden, ohne dass der Schuldner in der Zeit der Verhandlungen Vollstreckungen befürchten muss. Darin ist unseres Erachtens ein maßgeblicher Unterschied zum außergerichtlichen Schuldenvergleich zu sehen.

 

Zu beachten ist:

Das Planverfahren ist kompliziert und löst damit in der Durchführung gewisse Kosten aus (Anwaltskosten ab ca.2000 € ).Auch dürften öffentliche Schuldnerberatungsstellen (Berater überwiegend mit sozialpädagogischem Hintergrund) überfordert sein, sehen diese doch auch bisher schon die außergerichtliche Schuldenbereinigung eher als notwendiges Übel an, um überhaupt ins Verbraucherinsolvenzverfahren gelangen zu können.

 

In der Praxis bedeutet dies: Der Schuldner ist darauf angewiesen, qualifizierte anwaltliche Beratung in Anspruch zu nehmen, wenn er Schuldenfreiheit durch ein Insolvenzplanverfahren erfolgreich erreichen will.Angesichts der enormen Zeit-ersparnis eine 'Investition',die sich allerdings in jedem Fall auszahlt. 


 

 

 


Kontakt

Kanzlei für Sanierungsberatung und Insolvenzstrafverteidigung

 

Dr. jur. Hans-Jürgen Karsten Rechtsanwalt und Notar a.D.

Parkallee 117

28209 Bremen

 

Tel. 0421 69 202 843

Fax 0421 69 202 846

karsten-dr@t-online.de

 

Mitgliedschaften:

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Bremischer Anwaltsverein

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